Japan und der Ökostrom

Wie Fukushima die Welt verändert hat

Am 11. März jährte sich das Unglück von Fukushima zum vierten Mal. Das Ereignis hat die Welt nachhaltig verändert. Nach der Reaktorkatastrophe 2011 wurden zunächst alle Atomkraftwerke in Japan abgeschaltet, im April 2014 hat die neue Regierung dann den Wiedereinstieg in die Kernkraft, im Rahmen des neuen Energieplans, beschlossen.

Dieser sieht vor, dass Japans Stromversorgung zukünftig ein Mix aus Atomkraft, fossilen und erneuerbaren Energien sein wird. In der Bevölkerung stößt die Atomenergie jedoch laut jüngsten Umfragen bei bis zu 80 Prozent der Bevölkerung auf starke Ablehnung.

Der Energieplan macht bislang keine Vorgaben zu den jeweiligen Anteilen der Energieerzeugungsformen im Energiemix, dieses soll erst in diesem Jahr erfolgen. Klar ist jedoch, dass die Bedeutung der erneuerbaren Energien (EE) deutlich gestärkt werden soll. Bis 2030 soll der EE-Anteil deutlich über den 20 Prozent des Energieplans von 2010 liegen.

Das größte Potenzial haben natürlich Windkraft und Photovoltaik, wobei der Fokus der Installation derzeit auf der Photovoltaik liegt. Japan hat hier gigantisch nachgerüstet. Rund 20 GW der derzeit installierten Photovoltaikleistung von 24,5 GW wurden seit 2011 installiert. Bei der Windkraft liegt die installierte Gesamtleistung deutlich darunter, was u.a. an den langen Genehmigungs-/Projektierungs- und Realisierungszeiten liegt.

Die Förderung für PV-Anlagen durch die Einspeisetarife sinkt bereits wieder. Dennoch gibt es aktuell eine Pipeline von deutlich über 50 GW beantragter aber noch nicht installierter PV-Kraftwerke. Zum Vergleich: In Deutschland haben wir derzeit knapp 40 GW installierte PV-Leistung, perspektivisch wird Japan uns an dieser Stelle bald überholen. Das japanische Fördermodell unterscheidet sich von den europäischen Förderprogrammen dadurch, dass dort der Tag der Beantragung für die Höhe der Förderung relevant ist. In Europa hingegen zählt der Tag des Netzanschlusses. Sollte auch nur der größere Teil davon in den nächsten Jahren tatsächlich realisiert werden, ist der Ausblick für die Photovoltaik in Japan weiterhin sehr positiv.

Japanisches Energie-Einspeisegesetz – die Grundlagen für Photovoltaik-Anlagen ab 10 kWp:

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    Tarifzusage durch das japanische Wirtschaftsministerium METI (Zusage gilt 20 Jahre)
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    Tarifhöhe: Fördertarif 2012 42 JPY/kWh, jährliche Anpassung, aktueller Fördertarif 21 JPY/kWh.
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    Umlagesystem: die Mehrkosten werden durch die EEG-Umlage auf den Verbraucher umgelegt
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    Abnahmeverpflichtung durch den Energieversorger

Goldman Sachs: Yen ist der sicherste unter den sicheren Häfen

Wenn es um sichere Häfen unter den Währungen geht, dann gibt die japanische Währung den Ton an, meinen die Ökonomen von Goldman Sachs.

 

In den vergangenen zehn Jahren bewegte sich der Yen am stärksten entgegengesetzt zu riskanten Anlagenklassen. So lautet das Ergebnis einer Korrelationsstudie der GoldmanSachs-Ökonomen um Kevin Daly. Sie verglichen tägliche und monatliche Schwankungen für einen Korb von 28 globalen und frei handelbaren Währungen aus Industrie- und Schwellenländern über die Fünfjahreszeiträume von 2007 bis 2011 und 2012 bis 2016. Der Yen wies die konstanteste negative Korrelation zu den globalen Aktienmärkten, US-Rohölpreisen und zehnjährigen US-Treasury-Renditen auf.

Der Yen ist unter den Währungen der sicheren Häfen der sicherste, während der Schweizer Franken und der US-Dollar um den zweiten Platz wetteifern, so die Goldman-Analyse. Am anderen Ende des Spektrums konkurrieren einige Währungen aus Schwellenländern um den Titel der größten 'Risk On'-Währung.