Einfach anders ticken

Reichtum ist nicht ungerecht, wie viele Sozialpolitiker meinen, sondern auch konsequent. Der neue Global Wealth Report zeigt, dass Reiche sich ganz anders verhalten als normale Haushalte und auch aufgrund ihrer Anlagestrategie den Reichtum entweder erwerben oder schneller vergrößern. Vielleicht ist Reichtum unter anderem auch eine Frage dessen, mit welcher Haltung Menschen ihr Vermögen betrachten. Zumindest eine Scheibe kann sich auch Otto Normalverbraucher davon abschneiden.

Das Reichen Depot

Die Doppelmoral der Elite

Andere Anlageschwerpunkte

Dabei investieren laut einem Report der „Boston Consulting Group“ die normalen Haushalte weltweit vorwiegend in Bankkonten und Bargeld. Bis zu 83 % fließen in die reinen Geldvermögen – und die werfen keine sonderlich hohen Renditen ab. 7 % gehen in Anleihen und Fonds, während immerhin 10 % des Vermögens dann in Aktien investiert werden.

Die Ergebnisse lassen sich rasch nachrechnen: Bargeld bringt im Mittel 0 %, Anleihen oft 3 % bis 4 % und Aktien im historischen Durchschnitt dann 8 %. Dies ergibt nach dieser Rechnung bei Anleihen einen Gesamteffekt von etwa 0,22 % für das gesamte Vermögen (7 % Anteil * 3,5 % Rendite), während die Aktien immerhin 0,8 % beisteuern. Die Bruttorendite würde rechnerisch ungefähr 1 % betragen.

Was machen die Reichen dieser Studie zufolge? Sie investieren zu 28 % in Anleihen und Fonds, zu 20 % in Bargeld oder Geldkonten und zu 52 % in Aktien. Auch das lässt sich schnell in ein Ergebnis transformieren.

28 % * 3,5 % entsprechen für das Gesamtvermögen einer Rendite von 1 %. Aktien bringen etwa 4 % für das Gesamtvermögen. Damit rentiert sich das Vermögen mit etwa 5 % – natürlich nur statistisch. Dies sind allerdings enorme Auswirkungen: Die Rendite ist fünfmal so hoch wie bei den normalen Haushalten.

Nach 14 Jahren haben die Reichen ihr Vermögen um 100 % gesteigert. Die normalen Haushalte gewinnen im selben Zeitraum rechnerisch nur 15 % dazu.

Das Reichen Depot

Was folgt daraus? Sollten wir die Reichen härter besteuern und für ihren Erfolg bestrafen? Die SPD würde sagen: Ja. Der Effekt: Dann haben alle weniger, nur der Staat hat zunächst mehr Kapital. Oder sollten wir Menschen ermöglichen, fernab von Lebensversicherungen und Banken zu agieren. Liberal eben? Dann profitieren auch die Ärmeren und die Mittelklasse mit höheren Renditen – im Durchschnitt natürlich nur und nicht zu jeder Zeit.

Dafür mangelt es bei uns an Risikobereitschaft des Staates. Der verschärft die Anlageberatungs-Praxis immer weiter und profitiert davon auch hinreichend. Anleihen, die etwa verstärkt in den Depots von Lebensversicherungen landen, sind die Anleihen, mit denen sich der Staat verschuldet. Er pflegt sozusagen mit seinem Verbraucherschutz seinen eigenen Gläubiger und Kreditgeber.

Schade, dass Deutschland sich dies gefallen lässt, auch wenn die Bürger dieses Landes bereits zweimal Lebensversicherungen faktisch komplett abschreiben mussten. Angst ist hier ein teurer Ratgeber.

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Uwe Hammerschmidt