Urlaub oder Altersvorsorge

Die meisten Deutschen sparen lieber für den Urlaub als fürs Alter. Im Schnitt geben sie 4307 Euro für die schönsten Wochen des Jahres aus. Jeder vierte spart ganz gezielt auf seinen Urlaub. 38 Prozent sogar mehr als 200 Euro monatlich.

Dass die Deutschen lieber für Urlaub als für die Rente sparen ist keine Überraschung. Angeblich wenden die Deutschen auch viel mehr Zeit für den Autokauf auf als für ihre Anlagestrategie. Viele leben im Hier und Jetzt. Hirnforscher drücken das so aus: „ Das menschliche Gehirn ist auf die schnelle Belohnung gepolt. Der nächste Urlaub und das neue Auto machen eben mehr Spaß, sind zeitnah erlebbar. Anders als ein Sparplan oder eine Versicherungspolice „.

Eine Rolle spielt dabei auch, dass es keine Zinsen gibt. Drei Viertel der Bürger ist mit der Entwicklung seiner Anlageprodukte unzufrieden.

Doch die Bereitschaft, die vermeintlich „sicheren Häfen“ zu verlassen, bleibt nach wie vor gering. Schlimmer noch: Angesicht der aktuellen Zinssituation findet fast die Hälfte der mehr als 1800 Befragten, dass es derzeit schlauer ist, größere Anschaffungen zu machen, als ihr Geld anzulegen.

Auf die Frage, wie sie 50.000 Euro nutzen würden, wenn diese zur freien Verfügung stünden, antworteten 49 Prozent, dass sie sich sofort Wünsche erfüllen würden. Rund ein Drittel würde das Geld so sichern, dass die Kaufkraft erhalten bleibt, also konservativ anlegen. Zwölf Prozent würden den reinen Kapitalerhalt „auf dem Papier“ anstreben, also klassisch vermehren.

Erklären lässt sich diese Sparmentalität nicht. Obwohl die Befragten mit ihren Sparprodukten unzufrieden sind, verzichten sie lieber auf Rendite, als auf die Chance der Kapitalmarkterträge zu setzten.

 

Ihr

Uwe Hammerschmidt

 

P.S. Sparer sollten den Aufbau von Wohlstand nicht ganz aus den Augen lassen. „Denn nur wer heute schon bereit ist für morgen zu sparen, wird auch seinen aktuellen Lebensstandard in Zukunft halten können.“ Und dazu gehört für viele auch der ein oder andere Urlaub.