Kluge Anleger bauen vor

Protektionismus, geopolitische Krisen und teures Öl, steigende Zinsen und düstere Konjunkturprognosen – es gibt nichts, was die Laune der Anleger und Investoren eintrüben kann.

Doch wie lange noch? Selbst Wirtschaftslenker haben schon Sorgenfalten auf der Stirn. Berechenbar ist heute nichts mehr, schon gar nicht für Anleger.

Die Doppelmoral der Elite

Dies alles wird die Börsen nicht kalt lassen. An allen Fronten mehren sich die Krisensignale. Anleger tun deshalb gut daran, ihr Depot schon jetzt abzusichern. Denn geht es erst einmal bergab, dann sind die Schwankungen groß, dann steht die Psyche unter Strom, dann fehlt oft der Mut, bei riskanten Investments die Reißleine zu ziehen – dann wird es für viele Anleger teuer. Was also tun?

Lernen wir aus der Vergangenheit: Mehrfach erlebten die Deutschen in den vergangenen 100 Jahren tiefe Einschnitte in ihr Vermögen.

Meist begann es ganz harmlos: Eine Neuerung im System, z.B. die Erfindung der Eisenbahn, des Internets oder die Lockerung der Vergaberegeln für Hypothekenkredite. Sie alle schufen neue Verdienstmöglichkeiten. Erste Investoren legten ihr Geld an und erwirtschafteten hohe Renditen, was immer mehr Menschen dazu bewog, immer mehr zu investieren und sich dafür immer mehr zu verschulden.

Irgendwann bringt ein kleineres oder größeres Ereignis, etwa die unerwartete Pleite eines wichtigen Unternehmens, den Preisanstieg ins Stocken. Die ersten Investoren ziehen ihr Geld ab, andere folgen ihnen nach. Es kommt zur Panik. Auf die Panik folgt dann zuletzt der Crash.

Gleich drei Mal erlebten die Deutschen im vergangenen Jahrhundert tiefe Einschnitte in ihr Vermögen. Dies waren weit schlimmere als etwa die Ölkrisen der Siebzigerjahre oder das Platzen der Technologieblase nach der Jahrtausendwende. Untrennbar sind diese Brüche mit politischen Ereignissen verbunden. Das gilt vor allem für die beiden Währungsschnitte 1923 und 1948, mit denen die Deutschen die finanzielle Rechnung für den Ersten und den Zweiten Weltkrieg bezahlen mussten. Für Anleger und Sparer waren die Verluste hier noch weitaus größer als in der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932.

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Spareinlagen

Mit Spareinlagen haben die Deutschen bei der Hyperinflation 1923 und der Währungsreform 1948 fast all ihr Erspartes verloren. In Extremsituationen droht hier der Totalverlust. Im Normalfall gibt es hier keine Zinsen und die Inflation frisst die Spar-Renditen weiter auf – sehr schlecht.

Anleihen

Der Erste Weltkrieg war teuer. 100 Milliarden Reichsmark Kriegsanleihen wurden aufgelegt. Nach Kriegsende waren diese nahezu wertlos. Bei der Währungsreform 1948 erwischte es die Anleger abermals. Für eine Staatsanleihe über einen Nennwert von 100 Reichsmark bekamen sie nur noch 6,50 D-Mark. 93,5 Prozent waren verloren. Die größten Gefahren sind der Ausfall des Schuldners und eine Währungsreform. Generell sind Anleihen also im Crash gefährdet.

Aktien

Dass Aktionäre sogar nach dem Zweiten Weltkrieg als die großen Gewinner der Währungsreform da gestanden hätten, wird gerne behauptet. Das stimmt aber nur, wenn man auf den Kursanstieg nach dem 20. Juni 1948 blickt. Damals wurde die D-Mark eingeführt – und in der Tat stiegen die Aktienkurse darauf bis Anfang der Sechzigerjahre real um weit mehr als 3.000 Prozent. Unter dem Währungsschnitt selbst allerdings litten Aktien genauso wie Anleihen und Spargelder.

Wer während einer extremen Krise Aktien hat, dem drohen Kursrückgänge bis zum Totalverlust. Unter Extremkrise sind komplette Zusammenbrüche des Finanzsystems oder Kriege gemeint. Nach einem normalen Crash ohne solche Extreme erholen sich Aktien von Unternehmen mit einem generell tragfähigen Geschäftsmodell wieder. Also nicht ganz auf Aktien verzichten.

Immobilien

Die Hyperinflation vor knapp 100 Jahren machte Immobilienkäufer gar zum großen Gewinner: Die Kredite tilgten sich über den Geldverfall quasi wie von selbst. Deshalb erhob die damalige Regierung 1923 die Hauszinssteuer.

Immobilien sind eine der nützlichsten Anlagen, wenn die Finanzmärkte kollabieren. Zwangsabgaben für Immobilienbesitzer sind aber auch bei politisch stabilen Verhältnissen nicht für alle Zukunft ausgeschlossen.

Unternehmensbeteiligungen

Hier sind Anleger direkt in Unternehmen investiert. In extremen Krisen droht auch hier der Verlust von Vermögen bis hin zum Totalverlust. Bei Unternehmen mit einem tragfähigen Geschäftsmodell haben Sie jedoch gute Chancen als Gewinner aus der Krise zu gehen. Investieren Sie daher in Unternehmen, welche sich auf die Grundbedürfnisse der Menschheit konzentrieren. Diese sind Essen, Trinken, Energie und Infrastruktur.

Gold

Zeitweise wurde es konfisziert und sein Besitz verboten. Wer sich derartiger staatlicher Einflussnahme widersetzen konnte, fuhr mit Gold weitaus am besten. Regierungen können Gold weder herstellen und durch inflationären Gebrauch entwerten, auch droht dem Besitzer physischen Goldes keine Enteignung durch Konkurserklärung eines Schuldners. Barren und Münzen sind, anders als Anleihen, an kein Zahlungsversprechen einer Regierung oder eines Unternehmens gebunden. Gold ist nach wie vor die sicherste Anlageform.

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Uwe Hammerschmidt