Merkel, die Euro-Krise und wieder neue Kredite

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ihre Überlegungen zur Reform der Eurozone dargelegt:

„Wenn die gesamte Eurozone in Gefahr ist, muss der EWF wie bisher langfristige Kredite vergeben können, um Ländern zu helfen. Da geht es um Kredite, die auf 30 Jahre angelegt und mit der Auflage weitreichender Strukturreformen verbunden sind“, sagte Merkel. „Daneben kann ich mir zusätzlich die Möglichkeit einer Kreditlinie vorstellen, die kürzere Laufzeiten hat, zum Beispiel fünf Jahre. Damit könnten wir Ländern, die durch äußere Umstände in Schwierigkeiten geraten, unter die Arme greifen. Immer gegen Auflagen natürlich, in begrenzter Höhe und mit vollständiger Rückzahlung.“

Die Doppelmoral der Elite

Schaut man da in die Vergangenheit, stellt man fest, dass durch Kreditvergaben die Euro-Probleme nicht wirklich gelöst wurden.

Das Gegenteil passierte bei der Rettung Griechenlands. Die Geberländer erinnern an ihre Hilfsbereitschaft und das Fehlverhalten griechischer Regierungen, die Griechen hingegen glauben daran, dass die Kredite auch deutsche und französische Banken als Großgläubiger von Hellas retteten und dass die Griechen bis heute unter den Auflagen leiden.

Mit diesem Portfolio lachen Sie über die Krise

Werden wir hier von Angela Merkel auf die nächste Krise vorbereitet? So unwahrscheinlich ist das nicht. Italien wird zum Schicksalsland für den Euro und der Euro-Zone.

Italiens Wirtschaft geht es heute schlechter als zur Zeit der Euroeinführung. Viele Italiener geben dem Euro die Schuld. Die Debatte über Alternativen wird intensiver.

„Währungsunionen haben noch nie funktioniert und werden auch nie funktionieren“, sagte der Ökonom Marc Friedrich. „Die volkswirtschaftlichen Eckdaten bei den einzelnen Ländern laufen einfach zu weit auseinander.“

Marc Friedrich sieht den Euro als gescheitert. Die EZB pumpe jeden Monat mit fragwürdigen Aufkaufprogrammen Milliarden in das System, um das Geldkarussell am Laufen zu halten. Für diese Verbindlichkeiten müssten alle Bürger haften. Deutschland habe mit 18 Prozent schon jetzt den höchsten Anteil an der EZB. Wenn andere Länder noch wegfallen, dann könne der Anteil sogar noch höher werden. Der Finanzexperte warnte:

„Es wird kollabieren. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen in der Politik jetzt versuchen Schadensminimierung zu betrieben, und den Euro kontrolliert ad acta legen – es wird so oder so teuer. Wenn wir aber Pech haben, werden sie den Karren mit vollem Wums vor die Wand fahren — mit noch viel größeren Kollateralschäden und dann natürlich auch mit hohen Vermögensverlusten für alle.“

Hier geht’s zum Krisenportfolio

Seit der Finanzkrise ist das Vertrauen in die stabile Geldpolitik geschwunden. Bankenkrise und Furcht vor einem Bank-Run bleiben weiter bestehen.

Ihr Experte für Geld und Kapitalanlagen

Uwe Hammerschmidt