Teilen!

​Juni 2019, Lesezeit 5 Minuten


Notfallfonds – so richten Sie ihn ein

In meinem letzten Newsletter habe ich geschrieben, wie wichtig es ist, einen Notfallfonds zu haben. Heute geht es darum, wie ich einen Notfallfonds einrichte. 


Den Notfallfonds einrichten – aber wie? 

Wie bei allem anderen gibt es nicht den einen richtigen Weg. Es gibt einige Variablen, da jeder Mensch anders ist und sich in anderen Situationen befindet. Keine zwei Menschen haben genau das gleiche Einkommen, die gleichen monatlichen Ausgaben oder die gleiche Jobwechsel-Häufigkeit. Auch die Menge des Geldes, um sich sicher zu fühlen, variiert. Allerdings kann ich einige Ratschläge geben, die den meisten Menschen als Orientierungshilfe dienen sollten. 

Entscheiden Sie, wie viel Geld Sie sparen sollten. 

Es ist die Frage, an die die meisten wahrscheinlich zuerst denken. Der genaue Zeitrahmen ist relativ. Sie sollten sich darüber Gedanken machen, wie viel Geld Sie auf der hohen Kante haben müssten, um sich im Notfall sicher zu fühlen. Es ist okay, klein anzufangen, denn alles ist besser als nichts – Sie können jetzt ein wenig Geld bei Seite legen und den Posten mit der Zeit weiter ausbauen. Ich empfehle Ihnen grundsätzlich sechs Monate. 

Berechnen Sie Ihre Ausgaben.

Sobald Sie sich entschieden haben, wie viele Monate Sie in Reserve haben möchten, müssen Sie Ihre Ausgaben kalkulieren, um zu einer tatsächlichen Zahl zu gelangen. Beginnen Sie damit, eine Liste aller Ihrer monatlichen Ausgaben zu erstellen, von der Miete und Rechnungen über Lebensmittel bis hin zum Transport. Vergessen Sie nicht, Schuldenrückzahlungen mit einzubeziehen, falls Sie welche haben. Denn der Sinn eines Notfallfonds besteht darin, zu vermeiden, dass Sie sich auf dieses Glatteis schicken lassen. In diesem Fall ist es besser, sonstige Ausgaben zu überschätzen, als zu unterschätzen (ein kleines zusätzliches Polster ist nie eine schlechte Sache). Sobald Sie alle Ihre Ausgaben gefiltert und zusammengerechnet haben, können Sie das Ergebnis mit der Anzahl der Monate multiplizieren, die Ihr Notfallfonds mindestens reichen soll. 

Finden Sie heraus, wie viel Sie sparen können. 

Nun, da Sie Ihre Ausgaben kennen, können Sie auch bestimmen, wie viel Sie zur Seite legen können. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, falls es ein kleiner Betrag ist. Bei den meisten Menschen braucht es einige Zeit, bis der Fonds voll eingerichtet ist. Selbst 20 Euro pro Monat sind ein Anfang – der Schlüssel ist, einfach mit etwas zu beginnen. Ich empfehle Ihnen zehn Prozent Ihrer monatlichen Einnahmen. 

Während Sie sich Ihre Ausgaben genauer ansehen, können Sie versuchen, einen Überblick über einige Ihrer unnützen Ausgaben zu bekommen und einen Weg suchen, hier Kürzungen vorzunehmen. Beginnen Sie, anstatt auszugehen, mehr zu Hause zu kochen, lassen Sie einen oder zwei Friseurtermine aus, machen Sie sich Ihren Kaffee selbst und gehen Sie dazu nicht in teure Geschäfte. Finden Sie kleine (oder große) Wege, um mit der Zeit mehr zu Ihrem Notfallfonds beitragen zu können. Sie müssen nicht Ihr letztes Hemd geben – prüfen Sie, worauf Sie verzichten können, während Sie noch immer komfortabel leben. Hierbei hilft ein Budgetplan. 

Richten Sie automatische Einzahlungen ein. 

Das ist der Schlüssel beim Sparen. Manuell können Sie immer noch mehr Geld in Ihren Notfallfonds einzahlen (je mehr, desto besser), aber die automatische Einzahlung eines Mindestbetrages vereinfacht es sehr. Denn es macht Sie dafür verantwortlich, sich an Ihr Vorhaben zu halten – ganz im Sinne des „Bezahlen Sie sich selbst zuerst“-Prinzips. Wenn Sie keinen Dauerauftrag eingerichtet haben, ist es allzu einfach, eine Zahlung zu überspringen oder die dafür gedachten Mittel für etwas Anderes zu verwenden, von dem Sie vielleicht denken, dass Sie es brauchen. Mit automatisch wiederkehrenden Einzahlungen sind Sie gezwungen, diese in Ihrem Budget mit einzuplanen und sie als regelmäßige Kosten neben Ihren Rechnungen und anderen Ausgaben zu betrachten. Sie können Ihren Beitrag nach einigen Monaten immer noch neu bewerten und anpassen. 

Wo kann man einen Notfallfonds einrichten? 

Jetzt wissen Sie, wie Sie anfangen können. Bleibt nur noch die Frage, wo Sie Ihren Notfallfonds einrichten sollen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten. Die beste Option bietet aber sowohl ein geringes Risiko als auch einen uneingeschränkten Zugriff. Allerdings gibt es zwei wichtige Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie sich entscheiden, wo Sie Ihren Notfallfonds einrichten. 

Richten Sie ihn dort ein, wo Sie leichten Zugriff haben. 

Da Notfälle in der Regel ohne Vorwarnzeit eintreten, ist es wichtig, dass Sie einen schnellen und einfachen Zugang zu Ihrem Fonds haben. Sie wollen nicht, dass Ihr Fonds irgendwo mit schwieriger und langsamer Liquidität liegt, denn alles, worauf es im unerwarteten Notfall ankommt, ist es, schnell an Ihr Geld heranzukommen. 

Richten Sie ihn an einem Ort ein, der von Ihrem normalen Bankkonto abgekoppelt ist. 

Wie wir bereits betont haben, sollten Notfallfonds nur im Notfall verwendet werden. Um nicht in Versuchung zu kommen, Ihr Extra-Konto für weniger als entsprechend brenzlige Situationen zu öffnen, richten Sie Ihren Notfallfonds an einem von Ihrer Hausbank getrennten Ort ein. Vielleicht denken Sie daran, einfach ein anderes Konto innerhalb Ihrer Hausbank zu eröffnen, doch ist es heutzutage zu einfach, Geld zwischen den Konten hin und her zu schieben. Ein separater Ort stellt sicher, dass Ihr Geld zur Stelle ist, wenn Sie es brauchen, und hilft Ihnen, es nicht nur als ein weiteres Bankkonto zu kategorisieren, auf das Sie mal eben zugreifen können. 

Was sind solche Optionen, auf die diese Kriterien zutreffen? Sparkonten, Geldmarktkonten und kurzfristige Einlagenzertifikate sind mögliche Optionen, mit denen Sie zusätzlich Zinsen erhalten. Online-Banken sind definitiv eine gute Wahl, wenn Sie sich von Ihrer Hausbank fernhalten wollen. Recherchieren Sie die unterschiedlichen Renditen und wählen Sie gleichzeitig ein Angebot mit benutzerfreundlicher Oberfläche, die sich einfach bedienen lässt. 

Mein persönlicher Tipp: 

Ich selbst halte meinen Notfallfonds in bar vor, zu Hause in einem Tresor. Zum einen, wenn es brennt, kann ich sofort zugreifen und zum anderen, ist „bar“ noch gelebte Freiheit. Dabei nutze ich verschiedene Währungen, sowie Edelmetalle als Hartgeld. Wenn Sie wissen möchten, wie dieser Mix aussieht, stehe ich Ihnen für ein Telefongespräch gerne zur Verfügung. Klicken Sie HIER! 

Ihr Experte für Kapitalanlage

Uwe Hammerschmidt


P.S.: Selbst, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Finanzen in zu großer Unordnung sind oder Sie zu wenig Geld haben, um überhaupt in einen separaten Fonds sparen zu können, denken Sie immer daran, dass selbst der kleinste Betrag einen Unterschied machen kann. Auch ein paar hundert Euro können Ihnen bereits aus der Patsche helfen. Und auch wenn es ein kleiner Anfang sein mag, so ist es trotzdem ein Anfang. Mehr erfahren Sie hier.