​Unser krankes Finanzsystem.  

​-​​Denn sie wissen nicht was sie tun

Als Konsequenz aus der Schuldenkrise haben die Euro-Staaten einen dauerhaften Krisenmechanismus in Kraft gesetzt. Der neue Rettungsschirm ESM löst den Vorgänger EFSF* ab.

ESM steht als Abkürzung für „europäischer Stabilitätsmechanismus“. Er dient dem Ziel, Staaten der Eurozone zu unterstützen, die mit großen Finanzproblemen zu kämpfen haben. Das soll auch die Eurozone als Ganzes stabilisieren.

Der ESM sieht sechs Stabilitätshilfen vor:

kann er direkte Kredithilfen für die jeweiligen Länder gewähren.

kann er Ländern vorsorglich eine Kreditlinie einräumen, um diese dahingehend zu unterstützen, Gelder innerhalb des vereinbarten Rahmens abrufen zu können.

kann der ESM Kredite gewähren, die nicht die Staatsfinanzen stabilisieren, sondern den Banken des jeweiligen Landes zugutekommen sollen. In diesen Fällen bekommt der jeweilige Staat ein ESM-Darlehen, um seinerseits den Geldhäusern Kapitalhilfen gewähren zu können.

kann er Banken direkte Kredithilfe gewähren, als letzten Ausweg, wenn die vorherigen ESM-Hilfen nicht greifen konnten.

darf der ESM selbst Staatsanleihen aus dem Primärmarkt (neu ausgegeben) ankaufen, um damit die Nachfrage zu erhöhen.

darf der ESM selbst Staatsanleihen aus dem Sekundärmarkt (bereits ausgegeben) aufkaufen.

Das Stammkapital des ESM beläuft sich auf 700 Milliarden Euro, wovon 190 Milliarden Euro aus Deutschland kommen. Bisher sind bereits 272,5 Milliarden Dollar an Krediten an Irland, Griechenland, Portugal, Zypern und Spanien ausgestellt worden.

Wichtig für private Anleger:

Sollten private Anleger Staatsanleihen eines Mitgliedslandes besitzen, werden bei drohender Insolvenz des Mitgliedstaates auch die privaten Anleger zur Sanierung herangezogen. Der private Anleger würde in diesem Fall massiv Geld verlieren.

Es heißt zwar solch ein Fall wäre sehr unwahrscheinlich, doch bei der immensen Verschuldung unserer Staaten wird ein solcher Fall immer wahrscheinlicher.

Jetzt will der ESM selbst eine Anleihe auf den Markt bringen und zwar auf Dollar Basis. Indem der ESM nun selbst Dollar-Anleihen verkauft, verschuldet er sich selbst und unterliegt dazu noch dem Währungsrisiko, falls der Dollar in den kommenden Jahren zum Euro an Wert gewinnt.

Wie krank ist das denn?

Bei solchen und auch anderen Konstrukten muss unser Finanzsystem ja zusammenbrechen.

Ich kann nur jedem raten: raus aus Geldwerten und rein in Sachwerte, auf die die Staaten keinen Zugriff haben

Ihr Experte für Kapitalanlagen

Uwe Hammerschmidt

​* EFES = europäische Finanzstabilisierungsfazilität