November 2019, Lesezeit 6 Minuten


Unser Rentensystem wird kollabieren  

Es geht wieder einmal um Ihre Altersvorsorge. Um Ihre teuer erarbeitete gesetzliche Rente, die letztendlich, wenn überhaupt, in einer Minirente enden wird. 

Noch im Juni 2019 erklärte Anneli Buntenbach, die Vorstandsvorsitzende der DRV in einer Pressemitteilung, dass die gesetzliche Rente „derzeit“ gut aufgestellt sei. 2018 hätte die Rentenversicherung mit einem deutlichen Plus von 4,4 Milliarden Euro abschließen können. Grund dafür sei natürlich die „positive wirtschaftliche“ Entwicklung.  

Doch die Wahrheit ist eine andere. Von den Medien kaum beachtet und deshalb nicht wirklich publiziert ist die Nachricht, dass 30 Milliarden in der Rentenversicherung fehlen. 

Nach 2023 werden die Rentenbeitragssätze erneut steigen 

Buntenbach machte weiter deutlich, dass der derzeitige Rentenbeitragssatz von 18,6 Prozent wohl noch bis zum Jahr 2023 stabil bleibt. Doch danach sollte man diesen auf 19,5 Prozent anheben. Die bis 2025 gesetzlich festgelegten Grenzen von maximal 20 Prozent für den Beitragssatz und mindestens 48 Prozent für das Rentenniveau würden voraussichtlich ohne den Einsatz zusätzlicher Bundesmittel eingehalten werden können. 

Grundrente 

Grundrente soll nur erhalten, wer mindestens 35 Beitragsjahre angesammelt hat - allerdings soll das keine so harte Grenze darstellen wie in den bisherigen Plänen: Eine „kurze, wirksame Gleitzone“ soll eingeführt werden. Das heißt, dass auch Versicherte mit etwas weniger als 35 Jahren Beitragszeit die Grundrente bekommen werden, allerdings mit Abschlägen. Offen ist bislang aber, wie hoch diese Abschläge sein werden und bei wie vielen Beitragsjahren die Gleitzone beginnt. 

Einkommensgrenze: Ein Single bekommt die Grundrente nur, wenn sein zu versteuerndes Einkommen unter 1.250 Euro im Monat liegt. Lebt ein Rentner in einer Partnerschaft, darf das gemeinsame Einkommen nicht über 1.950 Euro liegen. Allerdings sollen dies ebenfalls keine harten Grenzen sein - auch hier ist eine Gleitzone geplant. Offen ist, wie hoch die Abschläge bei geringfügig höherem Einkommen sein werden und ab welcher Grenze es überhaupt keine Grundrente mehr gibt. 

Demografischer Wandel 

Die Altersstruktur der Bevölkerung entspricht schon lange nicht mehr einer Pyramidenform und verändert sich weiter. Der demografische Wandel ist in Deutschland längst angekommen. Die sinkende Zahl der Menschen im jüngeren Alter und die gleichzeitig steigende Zahl älterer Menschen verschieben den demografischen Rahmen in bisher nicht gekannter Art und Weise. 

Der Preis des Wirtschaftswunders 

Demnächst geht die so genannte Babyboom-Generation in Rente. Als Babyboomber werden die geburtenstarken Jahrgänge der Zeit von 1955 bis 1965 bezeichnet. Das Wirtschaftswunder sorgte damals für steigende Geburtenraten. Das staatliche Rentensystem wird daher in den kommenden Jahren großen finanziellen Belastungen ausgesetzt. 

Zukünftig hohe Altersarmut 

Die Altersarmut in Deutschland hat unfassbare Ausmaße angenommen: Über 1,7 Millionen Rentner, die ihr Leben lang arbeiteten, haben trotzdem kein Geld für Essen und müssen deshalb die Tafeln nutzen. 2018 waren es schon 20 Prozent mehr als 2017. 

Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin (Stand September 2019) besagt, dass in 20 Jahren wohl jeder fünfte Rentner von Altersarmut bedroht sein wird. Vielleicht wissen Sie es ja: Wer als Rentner monatlich weniger als 905 Euro netto zur Verfügung hat, gilt als arm. Moment sind das 16,8 Prozent der Ruheständler. Also etwa drei Millionen Menschen. Die Zahl wird, der Studie nach, bis zum Jahr 2039 auf 21,6 Prozent steigen. 

Hinzu kommen etwa 500.000 Menschen, die Grundsicherung im Alter beziehen. Allerdings bleibt es nicht bei dieser halben Million armer Menschen, die im Alter Grundsicherung beziehen. Denn die Dunkelziffer jener, die ebenfalls Anspruch darauf hätten und eine solche aus Scham oder anderen Gründen nicht beantragen, ist groß. Schätzungen zu Folge beantragen bis zu zwei Drittel der Anspruchsberechtigten diese Leistungen nicht. In Zahlen ausgedrückt wären das 1,5 Millionen Rentner, die tatsächlich weniger als 830 Euro monatlich zur Verfügung haben und dementsprechend als arm gelten. 

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Ihr Experte für Kapitalanlage

Uwe Hammerschmidt


P.S.: Sie möchten wissen, wie hoch Ihre gesetzlichen Rentenansprüche sind? Hier können Sie sich einen ersten Überblick verschaffen: https://www.allianz.de/vorsorge/renteninformation/  

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