​​Eurokrise, Geldpolitik und Zerfall der EU.  

​-Was dem Wähler im Wahlkampf verschwiegen wurde

Die Bundestagswahl ist vorbei. Die deutsche Nation hat ein Beben erlebt. Das Regieren wird für Kanzlerin Angela Merkel zur Herausforderung werden, nicht nur durch den Einzug der AfD ins Parlament.

Es wird die nächsten vier Jahre sehr unangenehm. Die Parteien haben die anstehende Krise vollkommen ausgeblendet. Und ich rede hier nicht von der Flüchtlingskrise. Diese wurde zwar im Wahlkampf thematisiert, spielt aber meiner Meinung nach nur eine untergeordnete Rolle.

Es geht um die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise. Mario Draghi hat den Regierungen zwar Zeit gekauft – aber diese haben die Zeit nicht genutzt. Die Geldpolitik der EZB wird in den kommenden Jahren Schockwellen nicht nur durch Europa, sondern insbesondere durch Deutschland, schicken.

Also was tun?

Die Geldpolitik der EZB fortsetzen? Dadurch werden zahlreiche Banken rote Zahlen schreiben. Schon heute funktionieren die Geschäftsmodelle der Banken und Sparkassen nicht mehr. Experten rechnen damit, dass Anfang der 2020er Jahre fast alle Banken in Europa hohe Verluste einfahren werden. Verschärft wird die Lage durch die faulen Kredite, die sich trotz der niedrigen Zinsen in vielen Ländern aufgetürmt haben – sowohl bei Privatpersonen also auch bei Unternehmen.

Bei diesem Szenario ist das Ergebnis eindeutig: In Deutschland droht eine beispiellose Altersarmut, weil private Vorsorge und Betriebsrenten mit dem Nullzinsniveau nicht operieren können.

Soll daher jetzt bei der EZB die Zinswende eingeleitet werden? Auch das geht nicht. Beim Anstieg der Zinsen würden Unternehmen in die Pleite gerissen, die nur durch die billige Zinspolitik der EZB am Leben gehalten wurden. Also Unternehmen ohne Innovation und Produktivitätssteigerung, die ohne diese Maßnahmen schon lägst vom Markt verschwunden wären.

Bei solche einem Szenario hätten wir folgendes Ergebnis: Massenentlassungen, wie sie Deutschland noch nie gesehen hat. Armut durch Hartz IV.

Ähnlich wird es den Staatshaushalten gehen. Durch Nullzinsen und Anleihe-Aufkäufe in astronomischen Höhen ist die Explosion noch nicht erfolgt. Ohne diese Maßnahmen wären einige europäische Staaten schon pleite.

Daher können Regierungen und die EZB die Geldpolitik nicht ändern.

Natürlich ist vielen Euro- und EU-Politikern klar, dass es nach der Bundestagswahl tiefgreifende Reformen geben muss. Es ist bemerkenswert, dass es den deutschen Parteien gelungen ist, dieses Thema vor der Bundestagswahl komplett auszusparen. Wenn dem deutschen Bürger reinen Wein eingeschenkt worden wäre – was sich keiner traut – wäre die Bundestagswahl noch verheerender ausgefallen, denke ich.

Wegen der Zinsentwicklung kommt das böse Erwachen jetzt nach der Wahl – also in der nächsten Legislaturperiode. Keine Partei in Deutschland hat Konzepte und kompetente Leute, mit denen sie Deutschlands Interessen in der Geld-, Währungs- und Finanzpolitik durchsetzen könnte: Merkel will nicht, Schulz kann nicht, die FDP spricht mit gespaltener Zunge, die Grünen sind zu schwach, die AfD ist isoliert und die Linken sind noch nicht so weit.

„Priorität“ hat für die EU zunächst die Vollendung der Bankenunion, um die Eurozone „strukturell zu stärken“. Dieser Vollendung fehlt noch die gemeinsame Einlagensicherung, die weitere Gefahren für die deutschen Anleger bringt. Die gemeinsame Einlagensicherung wird zwar von den Sparkassen in Deutschland abgelehnt, verhindern können sie diese jedoch nicht. Schon gar nicht, wenn einige aus ihrem Verbund wegen der Zinspolitik unter Druck geraten werden.

Aus den einzelnen kritischen Faktoren wird sich eine neue und umfassende Finanzkrise entwickeln.

Die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise wird verheerender sein als die von 2007. Viele Sparer und Anleger werden ihre Ersparnisse und ihr Vermögen verlieren. Armut, Pleiten und Massenarbeitslosigkeit werden das Bild Deutschlands prägen.

Gewinner werden diejenigen sein, die ihre Ersparnisse in Sachwerte angelegt haben und ihr Vermögen vor dem Zugriff der Behörden gesichert haben.

Ihr Experte für Kapitalanlagen

Uwe Hammerschmidt