Zerfällt jetzt die Eurozone?

Sowohl die Analysten der Citibank als auch der niederländischen Rabobank sehen die Möglichkeit, dass die Euro-Zone auseinanderbricht.

Die Stimmungsmache trifft in Italien auf nährhaften Boden, vor allem wenn es um das Thema Ausländer geht.

Die Doppelmoral der Elite

In Italien ist dieses Thema besonders ausgeprägt, weil das Land über Jahre die Folgen der Migration und der Flüchtlingsbewegung allein zu schultern hatte. Zudem planen Lega und Fünf-Sterne-Bewegung zusätzliche Ausgaben von bis zu 125 Milliarden Euro. So wird das von den Fünf Sternen geforderte Grundeinkommen für Arme auf jährlich 17 Milliarden Euro taxiert. Würde eine Pauschalsteuer von 15 Prozent für Unternehmen und Bürger eingeführt, was die Lega fordert, könnten die Steuereinnahmen um 80 Milliarden Euro im Jahr sinken. Die Rückabwicklung der Rentenreform: 15 Milliarden. Der Verzicht auf die Mehrwertsteuererhöhung kostet laut Reuters-Berechnungen 12,5 Milliarden Euro.

Bei einer Staatsverschuldung von ca. 2,28 Billionen Euro ist das ganz schön sportlich. Wie dabei Italien seinen Verpflichtungen gegenüber der Eurozone nachkommen möchte, ist mir ein Rätsel.

Was wird auf uns zukommen?

Aufgrund derart hoher Ausgaben im Verhältnis zur Staatsverschuldung, werden sich die jetzigen Investoren aus Italien zurückziehen. Das führt zwangsläufig zu einer Wirtschaftskrise und dem Verlangen nach einem Schuldenschnitt. Aus ökonomischer Sicht ist diese Variante die Sinnvollste, weil die italienische Wirtschaft mit einem klassischen Austeritätsprogramm wie in Griechenland abgewürgt würde.

Im Falle eines Schuldenschnitts wäre eine Krise in der EU unausweichlich. Doch Deutschland kann es sich nicht leisten, dass diese Schulden der Europäischen Gemeinschaft auferlegt werden. Schließlich wären es die deutschen Steuerzahler, die in einem solchen Fall für einen Großteil dieser Schulden aufkommen müssten.

So gehören Sie trotz Krise zu den Gewinnern

Die Fünf-Sterne-Bewegung als auch die Lega Nord spielen deshalb auch mit dem Gedanken einer Parallelwährung zum Euro. Ein kleiner Schritt in diese Richtung wurde auch schon von der amtierenden Regierung getan, die vor einiger Zeit eigene Schuldscheine eingeführt hat, um der Regierung die Bezahlung von ausstehenden Rechnungen zu ermöglichen. Eine Fortsetzung dieses Kurses wäre nicht nur das Ende der gemeinsamen europäischen Währung, sondern möglicherweise der gesamten Europäischen Union.

Auch in Spanien stehen die Zeichen auf Sturm. Dort muss sich der zur CDU-Schwester PP gehörende Ministerpräsident Mariano Rajoy einem Misstrauensvotum stellen. Es geht um Korruption und um die Katalanen, die auf Rache gegen Rajoy sinnen. Stürzt Rajoy, kämen auch in Spanien Neuwahlen. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Land stets nur eine provisorische Regierung. Die Jugendarbeitslosigkeit in unverändert hoch, laut Statista bei 35% und die Rentner gehen ebenfalls seit Monaten auf die Straße, weil sie von den Renten kaum noch leben können. Die durchschnittliche Rentenhöhe liegt in Spanien bei 972,15 Euro.

Laut den Analysten der Rabobank ist das Auseinanderbrechen der Europäischen Währungsgemeinschaft ein durchaus realistisches Szenario.

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Eine Krise ist erst dann eine Krise, wenn nicht rechtzeitig vorgesorgt wurde.

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Uwe Hammerschmidt