Zombie-Firmen bedrohen die Wirtschaft

Seit 2009 geht die Zahl der Firmeninsolvenzen stetig zurück. So gesehen, könnte man meinen, läuft in Deutschland alles bestens.

In Wirklichkeit verbirgt sich hinter dieser vermeintlich guten Nachricht eine schlechte. Viele Unternehmen werden nur künstlich am Leben erhalten. In Deutschland gibt es 17.702 Firmen, die nur noch existieren, weil sie sich derzeit so viel billiges Geld leihen können.

Die Doppelmoral der Elite

Grund für ihr untotes Dasein sind die extrem niedrigen Zinsen und die gute Konjunktur in Deutschland. Mit der Niedrigzinspolitik sorgt die Europäische Zentralbank (EZB) dafür, dass Banken genügend Geld haben, um Kredite zu günstigen Konditionen zu vergeben.

Was uns als Sparer stört, hilft Unternehmen. Steigen die Zinsen, passiert zweierlei. So können sich einige Unternehmen keine teuren Neukredite mehr leisten. Und es entstehen viele „faule Kredite“, sofern die Unternehmen zur Verlängerung dieser Darlehen neue Kredite aufnehmen müssten, die sie dann nicht mehr erhalten. Infolgedessen würden auch die Geschäftsbanken viele Kredite abschreiben müssen. Dies ist ein sich selbst verstärkender Effekt. Noch dramatischer würde es, wenn wie erwartet auch große Unternehmen, auch solche, die schon an den Finanzmärkten gelistet werden, dann Konkurs anmelden müssten. Es liegt fast auf der Hand, dass dann die Geschäftsbanken ebenso ins Schwimmen geraten. Dies gilt schon heute für die Institute in Italien, bei denen sich Milliarden fauler Kredite angehäuft haben.

Langfristig kann das für die deutsche Wirtschaft einen Verlust von 2.000 Milliarden Euro bedeuten, wie Experten errechnet haben. Konkret bedeutet das, es wird zu einem großen Unternehmenssterben kommen, was den Verlust von Millionen Arbeitsplätzen bedeutet. Experten rechnen mit drei bis fünf Millionen Menschen in Deutschland, die ihren Job verlieren könnten.

Eine weitere Konsequenz wäre, dass der Euro auseinanderbricht. Zudem könnte die private Altersvorsorge kollabieren.

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Auch in den USA hat das Unternehmersterben längst begonnen. Durch das Anheben der Zinsen hat die FED die Pleitewelle angestoßen.

Jetzt wird gemeldet, dass es in China zum ersten Schulden-Bankrott eines Großunternehmens im laufenden Jahr gekommen.

Wie die South China Morning Post berichtet, musste der Kohlekonzern Wintime Energy den Betrieb einstellen, nachdem er eine Anleihe der Zentralregierung nicht zurückzahlen konnte. Das Unternehmen hatte zuletzt einen Schuldenstand von 72,2 Milliarden Yuan (etwa 10,8 Milliarden US-Dollar) angehäuft. Die Schulden des Unternehmens hatten sich in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht.

Die Anzeichen mehren sich, dass dies erst der Anfang sein dürfte. Die chinesische Regierung scheint bereits einer Insolvenzwelle vorzubeugen. Es wurde bekannt, dass die Zentralbank in großem Stil Liquidität in die Märkte injiziert hatte. Wie China Daily berichtet, hat die Volksbank 188,5 Milliarden Yuan (rund 28 Milliarden Dollar) mithilfe sogenannter mittelfristigen Ausleihungen in die Märkte geleitet.

Könnte das der Anfang einer weltweiten Wirtschaftskrise sein?

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Uwe Hammerschmidt