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Januar 2019, Lesezeit 5 Minuten


2019 – Ein Ausblick

Liebe Leserin, lieber Leser,

glaubt man den Astrologen, steht das Jahr 2019 für viele neue Kontakte, besondere Begegnungen, hilfreiche Beziehungen und berufliche wie geschäftliche Erfolge. Es soll das Jahr der ganz großen Triumphe sein.

Dies alles und allerbeste Gesundheit wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben in diesem Jahr.

neues Jahr, neue Chancen! 2019 steht in den Startlöchern-Ein guter Grund gemeinsam einmal auf die Fakten zum Jahresbeginn zu blicken.

Deutschland

Deutschland steht vor großen Herausforderungen und hat schwierige Themen zu bewältigen. Die sozialen Spannungen werden zunehmen. Es ist die Zeit der Erben angebrochen. Die einen werden jetzt immer reicher und die anderen stetig ärmer. Dies besitzt gesellschaftspolitischen Sprengstoff.

Mit Sorge betrachte ich den Immobilienmarkt. Hier könnte vor allem in den Zentren großer Städte die Blase platzen. Durch weiter steigende Miet- und Immobilienpreise und einer zunehmend knapper werdenden Wohnsituation, wird die Situation für Normalverdiener immer unerträglicher. Der Markt überhitzt zunehmend und viele können sich das alles nicht mehr leisten.

Auch die Konjunktur ist weiter rückläufig. Der deutsche Leitindex DAX ist weiter auf Talfahrt. Die Firmenpleiten haben bereits 2018 zugenommen. Ich befürchte, dass sich dieser Trend 2019 fortsetzen wird. Unternehmen, die sich in den letzten Jahren nur durch billige Kredite am Leben erhalten haben, bekommen jetzt die Quittung. Die Arbeitslosenzahlen werden deutlich steigen, was unsere Sozialsysteme zusätzlich belasten wird.

Deutschland steht mittendrin, wenn es 2019 um Wirtschaftskriege, Euro- und Bankenkrisen geht.

Umso wichtiger wird jetzt die Absicherung Ihrer Ersparnisse

Europa

Die hohen Schulden einiger Staaten der EU haben den Euro in Gefahr gebracht. Die Rettung des Euros ist eine schwierige Mission – die Euro-Krise beschäftigt Europa bereits seit mehreren Jahren. Hält die europäische Währungsunion in 2019 der Belastung stand?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat trotz der Konjunkturabschwächung ihr billionenschweres Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen öffentlichen Anleihen zum Jahresende hin eingestellt.

Sicherlich wird die Notenbank auch künftig Banken und Unternehmen in der Eurozone noch großzügig unter die Arme greifen. Dessen bin ich überzeugt.

2019 könnte TLTRO kommen. Die Abkürzung steht für „Targeted Longer Term Refinancing Operation“, zu Deutsch „gezielte langfristige Refinanzierungsgeschäfte“.

Es wäre kein neues Instrument, das die EZB einsetzt, um Banken unter die Arme zu greifen. Bereits 2014 und 2016/2017 hatte sie zwei TLTRO aufgelegt, die Beobachter auch als „dicke Bertha“ bezeichnet hatten. Die letzte Kreditlinie hatte ein Volumen von mehr als 720 Milliarden Euro. Das Geld wurde unverzinst ausgeliehen und das für vier Jahre.

Heikel an den aktuell ausstehenden kostenfreien EZB-Krediten ist die Tatsache, dass der größte Anteil mit rund einem Drittel oder fast 240 Milliarden Euro auf italienische Banken entfallen soll. Denen aber fehlt möglicherweise die Liquidität zur Rückzahlung des Geldes.

Italien ist und bleibt auch 2019 das Sorgenkind der EU. Mit dabei Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland. Und nicht zu vergessen, wird uns der Brexit demnächst mehr beschäftigen als uns lieb ist. Auch wenn unsere Politiker gebetsmühlenartig behaupten: „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet“! Für mich stellt sich dabei immer die Frage, auf was sie vorbereitet sein wollen? Denn solch eine Situation hatten wir noch nie, um daraus Erkenntnisse zu ziehen.

Bankenunion, Europäischer Einlagensicherungsfonds oder auch die gemeinsame Europäische Arbeitslosenversicherung werden deutsche Sparer und Anleger teuer zu stehen kommen.

Mit diesen Mitteln entkommen Sie dem europäischen Pulverfass

Welt

Es wird im Wesentlichen an Amerika liegen, wie das kommende Jahr für die Wirtschaft verläuft. Die Risiken sind offensichtlich: eine Rezession in den USA. Seitdem in den USA die langfristigen Anleihen billiger sind als die kurzfristigen, halten viele Wirtschaftsexperten eine Rezession für wahrscheinlich.

Ein Handelskrieg zwischen den USA und China. Ein Handelskrieg zwischen den USA und Europa. Die Rückkehr des Konfliktes zwischen den USA und Russland.

Politisches Chaos im Nahen Osten. Sollten die USA tatsächlich schnell aus Syrien und Afghanistan abziehen, wird das den Nahen und mittleren Osten weiter destabilisieren. Die humanitären und ökonomischen Folgen sind kaum abzuschätzen: Sie reichen von einer neuen Flüchtlingswelle bis zu steigenden Ölpreisen, weil auch andere Länder der Region in den Abwärtsstrudel gezogen werden können.

Im vergangenen Jahr hat die Fed die Zinsen schrittweise erhöht, um Munition für den Kampf gegen eine Rezession zu bekommen. Das ist eine richtige Strategie, die allerdings unschöne Nebenwirkungen hat: Kredite werden immer teurer, was nicht nur den amerikanischen Verbrauchern Probleme bereitet. Weil die Auslandskredite in Argentinien, Südafrika oder Indien meist in Dollar notiert sind, sind diese Länder von höheren Zinsen und dem steigenden Wert der US-Währung doppelt getroffen.

Und dann haben wir noch den Menschen Donald Trump. Nicht nur, dass schon die bisherige America-First-Politik des amerikanischen Präsidenten die Beziehungen zu den wichtigsten Handelspartnern belastet: Immer noch ist der Handelskonflikt mit China nicht ausgeräumt, immer noch muss auch die Europäische Union die Auseinandersetzung um Zölle und Handelsschranken fürchten.

Das alles sind schlechte Aussichten für Unternehmer, Beschäftigte, Anleger und Investoren. Das Jahr 2019 könnte die Wirtschafts- und Währungskrise zurückbringen.

Ihr Erspartes und Ihr Vermögen könnten 2019 besonders hoch im Feuer liegen. Es wird Zeit, sich davor zu schützen.

Ihr Experte für Kapitalanlage

Uwe Hammerschmidt