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​Juli 2019, Lesezeit 3 Minuten 


Mit Christine Lagarde wird die Bargeldabschaffung neu diskutiert 

 

Zusammen mit anderen Unternehmen will Facebook mit seinem „Libra“ ein neues Kryptogeld herausgeben. Etablierte Zentralbanken beginnen jetzt, sich dagegen zu wehren. Denn mit 2 Milliarden Konten der Nutzer für das neue Geld dürfte Facebook eine enorme Konkurrenz für die Zentralbanken darstellen.  

CNBC berichtet, dass Lagarde die Notenbanken von China, Kanada, Schweden und Uruguay als Vorreiter für die Einführung von digitalen Währungen auserkoren hat.

​Wenn es nach den Vorstellungen mancher EU Politiker geht sind Bargeld Kassen bald Geschichte


Uruguay und Schweden könnte man hier als Vorreiter bezeichnen. 

In Uruguay wurde das entsprechende Experiment bereits durchgeführt. Teilnehmer haben sich auf einer Plattform im Internet registriert. Die Plattform emittierte „digitales Zentralbankgeld“. 7 Millionen e-Pesos sind als sogenannter „Token“ herausgegeben worden, der direkt im Zahlungsverkehr eingesetzt werden kann. Dies geschieht über eine App, die etwa auf Smartphones installiert ist. Die Verwender, Unternehmen und Private, konnten maximal 200.000 e-Pesos (ungefähr 7.000 Dollar) bzw. 30.000 e-Pesos (etwa 1.000 Dollar) halten, speichern und tauschen. 2018 wurden die e-Pesos wiederum eingezogen. Das Experiment gilt als „erfolgreich“. 

In Schweden soll die Riksbank gleichfalls „digitales Zentralbankgeld“ emittieren. Dies ist „kontenbasiert“ bzw. „wertbasiert“. Das erste System setzt Konten bei der Zentralbank voraus, bei denen die Zahlung dann effektiv über die Konten tatsächlich „abgewickelt“ wird. In einem wertbasierten System werden die „Geldstücke“, also Token, gleich direkt getauscht. Beispielsweise kann dies bei e-Token auch über Smartphones geschehen. Dann kommt es auf das Vertrauen der Beteiligten an bzw. das Überprüfungssystem hinsichtlich der Echtheit des Geldes. 

Mit der neuen EZB-Chefin Christine Lagarde dürften Schritt für Schritt Reformen umgesetzt werden, die auf die Abschaffung oder Zurückdrängung des Bargelds abzielen. Zumindest ist sie eine entschiedene Gegnerin von Papiergeld. 

Am 14. November 2018 hielt Lagarde als IWF-Chefin eine Rede auf dem Singapore Fintech Festival Im Verlauf ihrer Rede stellte sie die Nutzung von Bargeld in Frage und unterstützte die Einführung von digitalen Währungen durch die Notenbanken. 

Lagarde führte aus: „In den Schaufenstern steht bereits „Bargeld wird nicht akzeptiert. Nicht nur in Skandinavien, dem Aushängeschild einer bargeldlosen Welt. Auch in verschiedenen anderen Ländern ist die Nachfrage nach Bargeld rückläufig – wie die jüngsten IWF-Untersuchungen gezeigt haben.  Denken Sie an die neuen spezialisierten Zahlungsanbieter, die E-Geld anbieten – von AliPay und WeChat in China über PayTM in Indien bis zu M-Pesa in Kenia. Diese Geldformen sind für die digitale Wirtschaft konzipiert.” 

Sie warf auch die Frage auf, ob Notenbanken eine neue digitale Währung herausgeben sollten. Lagarde wörtlich: „Ein staatlich abgesicherter Token oder ein Konto, das direkt bei der Notenbank geführt wird und Personen und Unternehmen für Zahlungen an Privatkunden zur Verfügung steht? Ihre Einlagen bei Geschäftsbanken sind zwar bereits digital. Aber eine digitale Währung wäre eine Verpflichtung des Staates – wie beim Bargeld – und nicht einer privaten Firma.” 

Digitale Währungen hätten die Fähigkeit einer „finanziellen Inklusion, um Menschen und Unternehmen in abgelegenen und marginalisierten Regionen zu erreichen”. Bargeld sei an dieser Stelle keine Option mehr”, behauptete Lagarde ohne den Umstand zu erwähnen, dass es gerade Bargeld ist, welches in abgelegenen Regionen als Zahlungsmittel verwendet wird, weil keine oder nur eine unzureichende Infrastruktur besteht. 

Bei Bank-Runs spielt das Bargeld ebenfalls eine negative Rolle. Denn ein Bank-Run funktioniere nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, malt zuerst”. Doch bei einer digitalen Währung bestünde diese Gefahr nicht.  

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: 

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2019/07/08/christine-lagarde-will-bargeld-abschaffen/?ls=ap 

 

Ihr Experte für Kapitalanlage

Uwe Hammerschmidt